Zuschauerzahlen und Tradition

15.000, 12.135, 10.750 – Das sind die Zahlen eines neuen Vereinsrekords für den SC Paderborn 07, denn zum dritten Mal in Folge kamen mehr als 10.000 Zuschauer zu einem Heimspiel. Attraktive Gegner und eine erfolgreich spielende Mannschaft sorgten in den letzten Wochen dafür, dass, sogar trotz zweier Freitagsspiele, die doch so wichtige Grenze nun mehrfach hintereinander übertroffen werden konnte. Mir ist klar, dass diese Zahlen bei einigen Fans anderer Vereine nur ein Schmunzeln hervorrufen, dennoch sollte man auf Martin Hornberger hören, der sagte, dass „wir nie vergessen dürfen, wo wir herkommen„. Was er damit meint? Schauen wir mal auf die Zuschauerschnitte der letzten Jahre (Quelle: weltfussball.de)!

RL Nord 2004/05 – 3.420
2. Bundesliga 2005/06 – 6.564
2. Bundesliga 2006/07 – 6.090
2. Bundesliga 2007/08 – 6.489
3. Liga 2008/09 – 7.718
2. Bundesliga 2009/10 – 8.319
2. Bundesliga 2010/11 – 7.952
2. Bundesliga 2011/12 – 10.248
2. Bundesliga 2012/13 – 8.779
2. Bundesliga 2013/14 – 9.477 (nach 12 Heimspielen)

Niemand behauptet, dass sich Fankultur und Tradition über Nacht entwickeln. Das braucht seine Zeit und in der Regel sind viele Aufstiege, Abstiege, Erfolge und Misserfolge nötig, bis man nicht mehr vorgeworfen bekommt, dass man ja doch nur ein Dorfverein ist, der im Profifußball sowieso nichts zu suchen hat. Die aufgeführten Zuschauerzahlen zeigen aber, dass ein Besuch des SCP im Stadion für immer mehr Leute am Wochenende dazugehört. Die Tradition wächst und das tut sie hoffentlich noch viele Jahre lang. Und falls in 50 Jahren ein weiterer Verein zu uns in die Bundesliga aufsteigt, der noch niemals so weit oben gespielt hat, hoffe ich, dass die SCP-Fans von morgen sich daran erinnern, wo der eigene Verein hergekommen ist und auch dem neu aufkommenden Verein die Chance gegeben wird, sich zu entwickeln, ohne dass man ihm jegliches Anrecht auf Tradition abspricht. Denn genau das wünsche ich mir von den Vereinen, die sich heute Traditionsvereine nennen.

Schon gewusst? Unser nächster Gegner Union Berlin ist zusammen mit uns 2009 aufgestiegen. Die Eisernen hatten in ihrer letzten Saison in der Drittklassigkeit einen Schnitt von 7.150 Zuschauern pro Spiel und damit weniger als wir. In der ersten Zweitligasaison hat sich die Zahl für die Hauptstädter fast verdoppelt. Verdoppelt sich die Zahl nach einem Aufstieg auch bei uns, muss unsere Arena ausgebaut werden. Wir sind vielleicht nicht Kult, aber was nicht ist, kann ja noch werden.

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2 Gedanken zu “Zuschauerzahlen und Tradition

  1. Pingback: #Link11: Möge der Schlechtere auch mal gewinnen | Fokus Fussball

  2. Ich gebe mal Toni Schumachers Worte, aus einem Gespräch um die Besucherzahlen von PB, Köln und Co wieder:
    Was wollt Ihr Padrbrorner denn noch? Guckt mal das Einzugsgebiet und die Einwohnerdichte in diesem an….
    Ich hab dann mal etwas recheriert, in Köln gehen ca 5,4%% der Einwohner ins Stadion….in Bielefeld 5,3%…in Paderborn 5,5%……ist alles etwas Zahlenspiel….Einwohnerzahlen waren aus Dezember 2012….Besucher Durschschnitt 2013…..

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