Keine Chance für den e.V.

Dem SC Paderborn 07 geht es – wenn man die Situation mit den letzten Jahren vergleicht – verhältnismäßig gut. Was macht man, wenn es dem Verein gut geht? Man arbeitet im Idealfall seriös weiter. Dazu gehört heute oftmals die Ausgliederung der Profiabteilung in eine Kapitalgesellschaft und damit einhergehend auch der Verkauf von Gesellschaftsanteilen. Bei der letzten Mitgliederversammlung des Sport-Clubs wurde dieses Thema bereits angeschnitten. Dagegen ist nichts zu sagen und am Ende müssen die Mitglieder selbst entscheiden, ob man ausgliedern möchte oder nicht. Dennoch erlaube ich mir an dieser Stelle den Hinweis, dass der Trend dahin geht, dass es die Gegner einer Ausgliederung schwer haben werden, insbesondere wenn es dem Verein sportlich und/oder finanziell gut geht und die Vereinsführung den einen oder anderen Trick aus der Marktetingkiste zaubert.

Was bei anderen Vereinen geschah

Als interessiertes Vereinsmitglied ist es zu empfehlen, sich anzuschauen, was Fans anderer Clubs erlebt haben. Anbei ein paar Links.

Mein persönliches Fazit

Schaue ich mir die aktuellen Entwicklungen bei anderen Vereinen an und addiere dazu die Voraussetzungen beim SCP (vermutlich viele teilnahmslose Mitglieder, ein starker Präsident, sportlich auf dem Weg zurück nach oben), würde ich aktuell all mein Geld darauf setzen, dass eine Ausgliederung in den nächsten Jahren erfolgreich durchgeführt wird, höchstwahrscheinlich sogar mit einer starken Einschränkung der Rechte des Vereins (50+1 Regel und die 20-Jahre-Ausnahme). Ob dies gut oder schlecht ist, bewerte ich an einer anderen Stelle. Wünschenswert wäre es aber, wenn sich alle SCP-Vereinsmitglieder mit diesem Thema schon heute befassen.

Eure Meinung

Wünscht ihr euch eine Ausgliederung? Befürchtet ihr, dass 50+1 mit Wilfried Finke fallen wird? Welche Unternehmen sollten eurer Meinung nach Anteile des SCP kaufen dürfen, welche nicht? Wie viel Mitbestimmung braucht es im Profifußball? Ich freue mich sehr über eure Kommentare hier im Blog, auf Facebook, auf Twitter oder gerne auch anonym auf tellonym.de.

Mitgliederversammlung

Wer sich für Zahlen und Zitate interessiert, liest die Artikel auf nw.de und auf westfalen-blatt.de. Der nächste PaderCast (schreibt uns auf tellonym!) kommt in der Nacht von Dienstag auf Mittwoch und sonst fällt mir absolut nichts zur Mitgliederversammlung ein. Nach den Erfahrungen der letzten Jahre fällt es einfach zu schwer an eine sportliche und finanzielle Rettung zu glauben.

Umgangsformen

Höfliche Umgangsformen sind wichtig, werden einem hoffentlich bereits in der Kindheit beigebracht und man sollte sie bis zum Ende des Lebens beibehalten. Gerade in Zeiten, wo Facebook von Leuten genutzt wird um andere Menschen zu beleidigen, ist hin und wieder darauf hinzuweisen. An dieser Stelle soll es aber um etwas anderes gehen.

Am 02. Dezember 2016 erhielt ich, wie viele andere Fans vermutlich auch, eine E-Mail mit Informationen zum Freundschaftsspiel gegen Borussia Dortmund. Angesprochen und verabschiedet wurde ich folgendermaßen:

Sehr geehrter Herr […]

Mit freundlichen Grüßen
SC Paderborn 07e. V.

Über das fehlende Leerzeichen beim Vereinsnamen schaue ich mal großzügig hinweg. Was mich stört, ist die Anrede. Gegen Höflichkeit ist nichts einzuwenden, aber laut Wikipedia handelt es sich bei der Anrede um einen Ausdruck der Hochachtung oder Wertschätzung und ehrlich gesagt erscheint mir das ein wenig übertrieben, fast schon unangebracht. Verein und Fans gehören doch zusammen und tauschen sich nicht hochoffiziell oder formal aus, sondern sollten sich in meinen Augen als Gemeinschaft betrachten, in der man familiär-freundschaftlich miteinander umgeht. Vielleicht passt das Duzen, wie es bei den Schalkern gepflegt wird, nicht ganz zum SCP (warum eigentlich nicht?), aber gerade in schweren Zeiten sollte man das Zusammengehörigkeitsgefühl nicht unnötig schwächen, indem man mit der Sprache Barrieren aufbaut. Stattdessen könnte man es so wie der BVB und wahrscheinlich noch viele andere Vereine handhaben und vor dem Namen ein Liebe/r, Guten Tag oder Hallo setzen, statt den aktuell benutzten Ausdruck der Hochachtung und Wertschätzung.

Wie seht ihr das? Bei dem Thema interessiert mich sehr stark, was andere denken. Hinterlasst doch einen Kommentar zu dem Thema unter diesem Artikel, anonym auf tellonym.de oder in den sozialen Netzwerken.

Wollt ihr überhaupt die Klasse halten?

Vor knapp zwei Jahren habe ich mich hier im Blog mit der Frage beschäftigt, ob wir überhaupt aufsteigen wollen und so langsam stelle ich mir die umgekehrte Frage. Wie die Neue Westfälische und das Westfalen-Blatt berichteten, kam es im Trainingslager nun offenbar zum Eklat. Nick Proschwitz hat sich anscheinend öffentlich vor einer Frau entblößt und einige andere Spieler sollen sich ebenfalls im Verlauf der Woche daneben benommen haben. Bereits vor dem Proschwitz-Vorfall soll es zu einer Krisensitzung mit dem Hotelmanagement gekommen sein. Ich packe ungern noch einmal das Thema Suspendierungen an, aber angesichts der aktuellen Lage muss das noch einmal sein.

Der Verein hat mit den Suspendierungen nach dem 0:4 gegen den VfL Bochum ein krasses Mittel gewählt, um ein Zeichen zu setzen. Dass es dabei tatsächlich nur darum ging und es sich bei der Aktion nicht um eine disziplinarische Maßnahme handelte, ließ Koc sehr gut durchblicken, als er auf Sky sagte, dass es auch drei andere hätte treffen können. Die Berichterstattung danach ist hinlänglich bekannt. Doch jetzt droht sich zu offenbaren, dass Disziplinlosigkeit tatsächlich ein Problem sein könnte. Dummerweise haben wir zwei Stürmer suspendiert, uns nur einen geholt und stehen auf der Angreiferposition zurzeit mit drei Spielern da, von denen einer glaubt, er sei der Größte (bzw. er hat den Größten), obwohl er in dieser Saison gerade einmal fünf Tore in Liga 2 geschossen hat. Eine Suspendierung wäre nun eine konsequente Antwort, allerdings wäre diese, aufgrund der Vertragslaufzeit und der Abhängigkeit davon, dass Proschwitz wieder trifft, untragbar. Im besten Fall ist sein Fehlverhalten nach einem Sieg in Sandhausen wieder vergessen. Im schlimmsten Fall tanzen die Spieler Trainer und Verantwortlichen ab sofort auf der Nase herum (insofern sie es nicht schon tun).

Was bleibt? Ein Trainingslager ist keine Klassenfahrt und eine Saison ist nicht das 8. Schuljahr, dass man wiederholen kann, wenn man den Klassenerhalt nicht geschafft hat. Hat man am Ende zu schlechte Noten, steigt man ab. Mit eklatantem Fehlverhalten sorgen die Spieler nun noch dafür, dass der Druck von außen noch größer wird und in der Regel führt das bei einem Abstiegskandidaten zu noch schlechteren Ergebnissen. Jedoch ist dies wohl nicht allen Spielern bekannt und das lässt mich aktuell nicht sehr optimistisch in die Zukunft blicken.

[UPDATE 24.01.2016, 19:55 Uhr]: Finke äußert sich gegenüber der NW und kann sich nicht vorstellen, dass Proschwitz noch einmal das Trikot des SCP tragen wird.

Wer ist René Müller?

Die heutige Meldung kam nicht unerwartet. Nach der Niederlage gegen den MSV Duisburg musste Markus Gellhaus seine Sachen packen und ist ab sofort nicht mehr als Trainer für die Mannschaft des SC Paderborn 07 zuständig. Stattdessen leitet zunächst René Müller das Training beim SCP und macht dies nicht zum ersten Mal! Bereits in der Saison 2012/13 übernahm er vor dem 33. Spieltag das Amt von Stephan Schmidt, um anschließend in seinem ersten Spiel als Trainer für eine Profimannschaft den Klassenerhalt klarzumachen. Man gewann damals gegen 1860 München mit 2:0. In der darauffolgenden Saison übernahm André Breitenreiter das Team und René Müller kümmerte sich wieder um seine eigentliche Aufgabe: Die Leitung der Nachwuchsabteilung beim Sport-Club. Für diesen Posten läuft sein Vertrag noch bis zum 30.06.2016.

Unsere Übergangslösung auf dem Trainerstuhl war aber auch schon als Spieler in Paderborn aktiv. In seiner ersten Saison stieg er 2004/05 mit dem Verein in die 2. Bundesliga auf und blieb bis zum Abstieg in die 3. Liga 2007/08 in Ostwestfalen. Insgesamt erzielte er für den SCP 20 Tore in 73 Spielen, unter anderem auch den zwischenzeitlichen Ausgleich zum 2:2 beim manipulierten DFB-Pokalspiel gegen den HSV. Wer sich von seinen stürmerischen Fähigkeiten überzeugen möchte, riskiert einen Blick auf YouTube (Link) und findet ein Video vom Spiel des Sport-Clubs in Burghausen am 02.05.2006 bei dem René Müller zum 1:1 trifft. Die Vorlage gab damals Marcel Ndjeng, auf der Bank saßen neben Jos Luhukay ein Markus Gellhaus als Co-Trainer und ein Ersatztorwart mit dem Namen Lukas Kruse. Wenn man das liest, kommt es einem beinahe so vor, als hätte sich in den letzten 10 Jahren gar nicht so viel getan.

Mit dem SC Paderborn 07 verbinde ich…

Nachdem im transfermarkt.de-Forum über die Außendarstellung und Außenwirkung des SC Paderborn 07 diskutiert wurde, habe ich ich eine Umfrage gestartet, um zu sehen, was Fans und Nicht-Fans mit dem SCP verbinden. Nach bisher 150 Antworten kam eine bunte Sammlung von Worten heraus, die ich in Auszügen hier veröffentliche. Dies stellt jedoch unter Umständen nur den Zwischenstand dar, da ich hoffe, dass noch mehr ihre Stimme abgeben werden! Das Umfrage-Formular befindet sich am Endes des Artikels.

Die Wordcloud

Wordcloud zum SC Paderborn 07

Wordcloud zum SC Paderborn 07 (für eine detaillierte Ansicht bitte auf das Bild klicken)

Die Analyse

  • Die oft genannten Wörter Heimat, Liebe, Freude, Trauer, Leidenschaft sind vermutlich für einen Großteil der Fußballvereine gültig.
  • Spieler und Funktionäre werden kaum genannt, bisher nur Wilfried Finke und Daniel Brückner.
  • Aktuelle Themen, die deutschlandweit präsent sind oder waren (Ticketpreise, Aufstieg, Abstieg), spielen keine unerhebliche Rolle.
  • Die Fans des SCP werden weder positiv noch negativ hervorgehoben.
  • Einer nennt meinen Twitter-Account @schwarzundblau. Danke!

Die Umfrage ist noch freigeschaltet

Warum ich (k)eine Dauerkarte gekauft habe

Die dritte und letzte Vorverkaufsphase für die Dauerkarte 2015/16 ist gestern gestartet. Nun kann sich jeder, auch ohne Mitgliedschaft, eine Dauerkarte sichern.

Ich habe eine Dauerkarte gekauft, weil…

  • die Emotionen im Stadion um ein Vielfaches größer sind als vor dem Fernseher.
  • ich der Mannschaft nach dem Abstieg nicht das Gefühl geben möchte, dass ich sie in der 2. Liga nicht mehr unterstütze.
  • ich auch in jeder anderen Liga eine gekauft hätte.
  • ich glaube, dass wir wieder um den Aufstieg mitspielen werden.
  • der Verein aus seinen Fehlern bei der Preisgestaltung gelernt hat und in einem Jahr den Fans wieder angemessenere Preise anbieten wird.

Ich habe keine Dauerkarte gekauft, weil…

  • ich bei der Spirale der steigenden Preise im Fußball nicht mehr mitmachen möchte.
  • ich nicht garantieren kann alle 17 Heimspiele besuchen zu können ohne vorher genau zu wissen, wann diese stattfinden.
  • die Preispolitik gegenüber Familien, sowie Menschen mit Behinderung sozial unverträglich ist.
  • ich nach der Bundesliga-Saison die Vorhaben an den Wochenenden anders priorisieren werde.
  • mir eine geschenkt wurde.