meine Hinrunde 2017

Vor einem Jahr blickte ich noch mit gemischten Gefühlen auf die anstehende Rückrunde. Ein Jahr später sieht die Lage ganz anders aus.

besuchte Heimspiele: 9/13 (drei Liga-Spiele und ein Westfalenpokal-Spiel verpasst)
besuchte Auswärtsspiele: 3/13 (sechs Liga-Spiele und drei Westfalenpokal-Spiele verpasst)

schönstes Spiel im Stadion: 3:0-Sieg gegen den VfL Osnabrück
schmerzhaftestes Spiel im Stadion: 0:1-Niederlage in Magdeburg

bester Neueinkauf: Dennis Srbeny
enttäuschendster Neueinkauf: –

Wo stehen wir?

Stand jetzt muss man von einer wundersamen Wiederauferstehung sprechen. Im Frühjahr war der Verein noch mehr als tot, nachdem man den dritten sportlichen Abstieg in Folge erleiden musste. Ein Lizenzentzug eines anderen Vereins und ein halbes Jahr später steht der SCP auf dem ersten Tabellenplatz der 3. Liga und sammelte dabei unfassbare 43 Punkte. Die beiden Architekten des Erfolgs Markus Krösche und Steffen Baumgart haben ganze Arbeit geleistet. Statt Trostlosigkeit herrscht fortan grenzenloser Optimismus in Paderborn und eigentlich kann nur ein Ziel für 2018 vorgegeben werden: Auf in Liga 2!

Was wünsche ich mir?

Lieber SCP, ich wünsche mir

  • den Aufstieg in die 2. Liga,
  • den Westfalenpokal-Titel,
  • eine weitere Runde im DFB-Pokal,
  • einen Auswärtssieg in Osnabrück,
  • regelmäßig mehr als 10.000 Zuschauer.

Rückblick 2016/17

Ohne Rückblick verabschiede ich mich bekanntlich nicht in die Sommerpause.

besuchte Heimspiele: 20/23 (87%)
besuchte Auswärtsspiele: 12/22 (55%)

schönstes Spiel: 1:0-Sieg beim Auswärtsspiel gegen Fortuna Köln
schmerzhaftestes Spiel: 0:0-Unentschieden beim Auswärtsspiel in Osnabrück

bester Mann: Markus Krösche, da er nach Paderborn zurückgekehrt ist, um hier am Wiederaufbau mitzuwirken.
bester Spieler: Aykut Soyak, da er eindrucksvoll gezeigt hat, dass gute Jugendarbeit sich auszahlen kann.

Der Abstieg

Und täglich grüßt das Murmeltier. Wir sind abgestiegen, mal wieder.

Wie konnte das passieren?

Kein Konzept, kein Geld, keine Mannschaft: Eigentlich weiß man gar nicht, wo man anfangen soll. Aus alten Fehlern hat man scheinbar nicht gelernt und nun eine mehr als saftige Rechnung dafür bekommen. Ob wir den Verein jemals wieder im Profifußball sehen werden, ist fraglich und ob eine eventuelle Lizenzverweigerung für den Chemnitzer FC unsere Rettung darstellt und wir die Darmstädter Geschichte wiederholen, ist auch eher unwahrscheinlich.

Die Reaktionen

Auch dieses Jahr konnte man sich auf Twitter verlassen. Es gab keine Häme, sondern aufmunternde Worte für die SCP-Fans. Teils ergreifende Bilder gibt es auf westfalen-blatt.de und sonst hielt man sich überregional erstaunlich zurück in der Berichterstattung. Nach Bundesliga, Effe und drei Abstiegen in Folge taugt der SCP nun wohl nur noch als Randnotiz in den Medien.

Ausblick

Das Projekt schwarzundblau.com geht in die fünfte Saison. Da nun aber voraussichtlich erstmals aus der Regionalliga berichtet wird, ist es sehr wahrscheinlich, dass sich einige Dinge ändern werden. Insbesondere die schwache mediale Präsenz und eine fehlende Live-Berichterstattung im Fernsehen oder Internet gehören zu den größten Herausforderungen. Dennoch geht es weiter, denn wie sangen die Fans so schön?

Schwarz und Blau du bleibst bestehen…

meine Hinrunde 2016

Zum vierten Mal kann ich im Blog auf eine Hinrunde zurückblicken und betrachte an dieser Stelle ein eher schlechtes Halbjahr, allerdings mit einem versöhnlichen Ende.

besuchte Heimspiele: 8/10 (Sandhausen im Pokal, Chemnitz in der Liga verpasst)
besuchte Auswärtsspiele: 7/13 (Lennestadt im Pokal, 5 Spiele in der Liga verpasst)

schönstes Spiel im Stadion: 3:1-Sieg gegen den VfL Osnabrück
schmerzhaftestes Spiel im Stadion: 0:6-Niederlage gegen die SF Lotte

bester Neueinkauf: Zlatko Dedič
enttäuschendster Neueinkauf: Niko Dobros

Wo stehen wir?

Das untere Mittelfeld der 3. Liga stellt nicht den Anspruch dar, den man beim SCP hat. Demzufolge kann ich als Fan mit der Tabellensituation nicht zufrieden sein. Allerdings besteht durch die Rückkehr von Wilfried Finke und die Neuverpflichtung von Stefan Emmerling ein wenig Hoffnung darauf, dass wir die Talsohle endlich durchschritten haben und fortan einen Sport-Club sehen, der bald wieder um den Aufstieg in die 2. Bundesliga mitspielen kann. Allerdings ist zu befürchten, dass eine Emanzipierung vom alten und neuen Präsidenten erneut aufgeschoben wird und somit verhindert wird, dass der Verein auch langfristig eine gute Rolle im deutschen Profifußball spielen kann.

Was wünsche ich mir?

Lieber SCP, ich wünsche mir

  • den Klassenerhalt (das 4. Jahr in Folge),
  • gesunde Finanzen,
  • eine sinnvolle Satzungsänderung,
  • Maßnahmen zur Vorbereitung eines baldigen Aufstiegs,
  • mehr Fannähe,
  • mindestens ein Heimspiel mit mehr als 10.000 Zuschauern,
  • einen weiteren Innenverteidiger.

Nachspiel Werder Bremen II

War ich nach der Niederlage in Duisburg noch recht ruhig und sprach mich gegen Weltuntergangs-Szenarien aus, mache ich mir nach dem Spiel gegen die U23 von Werder Bremen massive Sorgen. Wie kann es sein, dass man nach 75 Minuten versucht gegen eine unterlegene Mannschaft eine 1:0-Führung zu verwalten und sich immer weiter hinten hineindrängen lässt? Man bettelte förmlich um den Ausgleich und kassierte ihn letztendlich vollkommen zurecht. Der unnötige Freistoß und das 1:2 in der letzten Sekunde setzten dem ganzen Schauspiel am Ende noch die Krone auf.

Unterm Strich stehen vier Spiele, drei Punkte, neun Gegentore. Nur Mainz II kassierte mehr. Das ist ein klassischer Fehlstart und so darf sich ein Verein, der eben erst von der Bundesliga in die 3. Liga durchgereicht wurde, einfach nicht präsentieren. Was nun? Die Zeit der Resignation sollte eigentlich längst vorbei sein, dabei nimmt sie gefühlt kein Ende mehr. Das bedrohliche Szenario auf mittlere Sicht da zu landen, wo sich zurzeit die ehemaligen Bundesliga-Vereine aus Cottbus, Wattenscheid und Aachen befinden, ist heute ein Stück weit realistischer geworden und nach dem Desaster gegen Bremen kann ich jeden Fan verstehen, der zumindest eine Zeit lang seine Wochenenden ohne Fußball verbringen möchte, auch wenn dies für mich persönlich nicht in Frage kommt.

Warum geht eigentlich schon wieder die Welt unter?

Meine Meinung zum Internet-Fan habe ich bereits 2014 kundgetan und seitdem hat sich daran auch nicht viel geändert, wie man zurzeit wieder erleben kann. Bis heute ist dieser Artikel übrigens mit Abstand der Text, der am meisten im Blog geklickt wurde.

Fazit:Es ist keine Besserung der Leistung des Teams in Sicht (Paderwaldi im qiumi-Forum)

Nach einem Spiel schon so eine Prognose abzugeben, ist mehr als fragwürdig.

‪#‎lassmalweiterabsteigen‬ (‎Tobias L. auf Facebook)

Das ist dann wohl der gesunde Optimismus, den man in dieser Situation benötigt.

Ja wir haben das Spiel nur verloren weil Kruse im Kasten stand. (Malte W. auf Facebook)

Denn jeder andere Torwart hätte den abgefälschten Ball locker gehalten.

Meine Euphorie ist schon wieder im Keller (Stadionbesucher im transfermarkt-Forum)

Ich bezweifle, dass jemals Euphorie da war.

Man könnte ewig so weitermachen mit den Aufzählungen von Kommentaren dieser Art. Ja, man darf in Paderborn als Fan durchaus verlangen, dass man um den Aufstieg mitspielt und ja, man darf auch pessimistisch in die neue Saison gehen. Aber nein, man darf nicht verlangen, dass man auswärts einen souveränen Sieg gegen den wohl einzigen klaren Aufstiegsfavoriten der 3. Liga einfährt. Es ist durchaus erlaubt in Duisburg 0:1 zu verlieren und deswegen habe ich eine Bitte an die Fans, die jetzt schon die ganze Saison vorhersehen können: Wartet mit der Ankündigung des Untergangs wenigstens bis zum 5. Spieltag! Haben wir im September allerdings immer noch keinen Heimsieg eingefahren, schließe ich mich den Pessimisten gerne an!

Rückblick 2015/16

Traditionell blicke ich auf die abgelaufene Saison zurück. Dabei möchte ich die letzten Monate am liebsten so schnell wie möglich wieder vergessen.

besuchte Heimspiele: 15 (mit der Dauerkarte aber 17 Spiele bezahlt)
besuchte Auswärtsspiele: 12 (+1 Spiel im DFB-Pokal)

schönstes Spiel: 2:0-Sieg beim Auswärtsspiel gegen Union Berlin
schmerzhaftestes Spiel: 4:4-Niederlage beim Heimspiel gegen 1860 München

bester Mann: Ich. Wohl kein anderer Fan-Blog hat in so kurzer Zeit den Gang eines Vereins von Liga 1 bis Liga 3 begleitet.
bester Spieler: Lukas Kruse, da er im Gegensatz zu allen anderen Spielern in 21 Partien nicht einmal die Arbeit verweigerte.

Der Abstieg

Es macht mich wütend, dass ich die Zwischenüberschrift vom letzten Jahr einfach übernehmen kann. Der SCP wurde durchgereicht in Liga 3. Die Folgen: Menschen in der Geschäftsstelle verlieren ihren Job, Fans sind enttäuscht und der Verein liegt am Boden. Positiv ist, dass man einige Spieler so schnell nicht mehr in Paderborn sehen wird.

Wie konnte das passieren?

Rückblickend hat der Verein mehr falsch gemacht als in den letzten 5 Jahren zusammen. Nach Effes Entlassung hatte ich bereits in einem Statement etliche Fehler der Saison niedergeschrieben. Dabei hat man nicht nur die Fans gegen sich aufgebracht, sondern ziemlich jede Sympathie verspielt, die man vor ein paar Monaten noch genoss. Über das Sportliche redet ja schon keiner mehr, da man unter Müller deutlich stabiler schien, aber wir dürfen nicht vergessen, dass man etliche hohe Niederlagen kassiert hat: 0:6, 0:3, 1:4, 0:4, 0:4, 0:4 (fett markiert sind Heimspiele) und zu Hause zuletzt im Oktober siegen konnte. Ein Absteiger aus Liga 1, der in Liga 2 mitten im Abstiegskampf davon spricht, dass man zeitnah aufsteigen möchte, hat am Ende mit 28 Punkten den Gang in Liga 3 auch mehr als verdient.

Die Reaktionen

Auf Twitter erfuhr ich große Anteilnahme. Dies bestätigt mein Bild von einem sozialen Netzwerk, welches das Attribut sozial tatsächlich verdient! Die Fans im Stadion quittierten die letzte Leistung der Saison in der Schlussphase des Spiels mit einem Banner (IHR VERSAGER!) und schwarzen Rauchbomben. Die Letzten werden die Letzten sein (Peter Ahrens) hieß es im Spiegel. Das Westfalen-Blatt thematisierte die Katerstimmung in Paderborn und präsentiert ein paar Fotos von Spielern, die das Gelände des SCP wortlos verlassen. Bilder sagen hierbei mehr als 1000 Worte.

Ausblick

An dieser Stelle ist es nicht angebracht ausführlich auf die kommende Saison zu blicken. Wir sind nicht mehr der Verein von vor zwei Jahren und das in mehrfacher Hinsicht. Viel wird sich verändern. schwarzundblau.com hingegen bleibt und wird auch zukünftig zum SCP berichten und den Neuanfang in Liga 3 begleiten. Ehrlich gesagt, war aber auch nie etwas anderes geplant, denn bekanntlich kennt Liebe keine Liga!

meine Hinrunde 2015

Schneller als man denkt, ist die Hinrunde der Saison 2015/16 vorbei. Somit ist es wieder an der Zeit ein kleines persönliches Fazit zu ziehen. Im Vergleich zur Bundesliga-Saison habe ich ein paar Spiele mehr verpasst, bin aber mit meiner Quote von mehr als 70 % recht zufrieden.

besuchte Heimspiele: 7/9 (Sandhausen, Karlsruhe verpasst)
besuchte Auswärtsspiele: 7/10 (Lübeck, Fürth, Freiburg verpasst)

schönstes Spiel im Stadion: 2:0-Sieg gegen Union Berlin
schmerzhaftestes Spiel im Stadion: 0:1-Niederlage gegen den MSV Duisburg

bester Neueinkauf: Stefan Effenberg
enttäuschendster Neueinkauf: Markus Gellhaus

Wo stehen wir?

Sollte es eine Punktevorgabe gegeben haben, wurde diese mit 16 Punkten nach 17 Spielen höchstwahrscheinlich nicht erreicht. Zum Vergleich: In der Bundesliga-Saison hatte man zum selben Zeitpunkt 19 Punkte auf dem Konto. Der SC Paderborn 07 beendet die Hinrunde somit auf einem desaströsen 16. Tabellenplatz und muss aktuell um den Klassenerhalt in Liga 2 zittern, nachdem man ursprünglich einen Platz im oberen Tabellendrittel anvisiert hatte. Die Verpflichtung von Stefan Effenberg sehe ich immer noch als gute, aber auch sehr mutige Entscheidung an und hoffe, dass er den Verein einigermaßen stabil in die Winterpause retten kann, um den Kader dann anschließend ordentlich zu verstärken. Genug Geld ist da und hoffentlich wird es klüger eingesetzt als in der Sommerpause, damit wir das Abstiegsgespenst ganz schnell im neuen Jahr verjagen können.

Was wünsche ich mir?

Lieber SCP, ich wünsche mir

  • den Klassenerhalt (das 3. Jahr in Folge),
  • weniger Gerede vom Aufstieg in die Bundesliga,
  • erträglichere Ticketpreise,
  • mehr Verständnis für die Fans,
  • mindestens einen neuen Stürmer,
  • mindestens einen neuen Innenverteidiger.