Emotionen eines Bloggers

Der SC Paderborn 07 hat intensive Jahre hinter sich: Breitenreiter, Aufstieg, Bundesliga, Abstieg, Umbruch. Die Zeit ist beinahe wie im Fluge vergangen und ich habe meine Gedanken und Gefühle mehr oder weniger ausführlich in diesem Blog verarbeitet. Neuerdings gibt es sogar einen Podcast und die Berichterstattung, bzw. Meinungsäußerung zum SCP und Fußball macht mir mehr Spaß denn je und statt kürzer zu treten, mache ich mir fortwährend Gedanken, wie ich Schwarz und Blau noch besser gestalten kann.

Woher kommt dieser Antrieb?

Blogger sind ein Stück weit Selbstdarsteller (und haben das vielleicht ein wenig mit den Ultras gemeinsam), wollen sich bei ihrer Tätigkeit selbst verwirklichen und ziehen sehr viel Motivation aus dem Feedback der Leser in Form von Likes, Favs und Zugriffszahlen. Bedingt durch die sportliche Entwicklung der letzten Jahre, ging es bei diesen Zahlen für diese Seite stetig bergauf. Hinzukommt Freude, wenn bei kontroversen Themen, wie Ticketpreise oder Dankbarkeit, die Leute sich für die Meinung einer einzelnen Person interessieren und vielleicht sogar mitdiskutieren.

Wann sinkt die Motivation?

Vorab möchte ich festhalten, dass ich mich als bloggenden Fan verstehe und nicht als Journalist. Ich analysiere kein Spiel objektiv, sondern schreibe, was mir auffällt, ohne dass mir jemals jemand gesagt hat, was ich wie am besten zu tun habe. So soll es auch bleiben, denn diese Seite ist und bleibt ein Hobby. Unter der Prämisse, dass ich mich als Fan äußere, ist es sicher für viele einleuchtend, dass es einfacher ist zu schreiben, wenn es sehr gut läuft. Dann feiert man die Mannschaft, den Verein und alle Leser machen mit. Umfangreiches Feedback ist also garantiert!

Diese positive Grundstimmung war in Paderborn faktisch, trotz Abstieg, der Normalzustand seit der Saison 2013/14 und somit seitdem der Blog existiert. Deswegen war es für mich bedeutend einfacher während der letzten Jahre zu schreiben als bei so manchen Blogger-Kollegen. Und nun? Beim SCP läuft es zurzeit eher mittelmäßig und perspektivisch ist das der Zustand bis mindestens Sommer 2016. Sinkende Zugriffszahlen und weniger Feedback werden die Konsequenz sein. Außerdem kommt hinzu, dass man als Fan zwar gerne meckert, aber in dem Moment ungern Energie für einen Artikel verbrauchen möchte. So ist es dann nur menschlich, wenn man dazu tendiert, die Themen von sich fernzuhalten, die einem negativ aufs Gemüt schlagen und das führt in letzter Konsequenz zu einem sinkenden Schreibbedürfnis.

Ausblick

Keine Sorge! Zurzeit ist meine Lust aufs Bloggen ungebrochen, aber ich bin sehr gespannt, wie sich das im Verlauf einer Saison des Umbruchs, eventuell im Niemandsland der 2. Liga, entwickeln wird. Eine sinkende Motivation aufgrund erhöhten Frusts, ist ebenso denkbar wie eine steigende Motivation, weil man sich denkt: „Jetzt erst recht“. Was auch immer passiert… Ich wäre ungemein stolz auf mich, wenn ich in fünf Jahren rückblickend sagen kann: Geil! Trotz Abstieg 2016/17 in Liga 3 habe ich konstant weitergebloggt und nun spielt der Sport-Club wieder in der Bundesliga! Und bis dahin blogge ich mit Spaß weiter und freue mich über jeden, der vorbeischaut (und ab und an Feedback hinterlässt).

6 Gedanken zu “Emotionen eines Bloggers

  1. Pingback: Emotionen eines Bloggers | re: Fußball

  2. ist es sicher für viele einleuchtend, dass es einfacher ist zu schreiben, wenn es sehr gut läuft

    Ich empfinde es genau andersrum. Wenn „es läuft“ ist es in der Regel ruhiger um den Club herum. Dann kommen weniger Themen auf, gibt es weniger zu besprechen, brennt weniger unter den Nägeln. Auch was das Feedback angeht habe ich die Erfahrung gemacht, dass es mehr gibt, wenn die Leser sich am Geschehen reiben als wenn sie alles prima finden – sowohl was den Club, als auch was meine Texte angeht. In einem Schalke-Blog gilt: Die höchsten Zugriffzahlen gibts bei Trainerentlassungen.

    Das bedeutet nicht, dass ich mich über Chaos bei S04 freue. Aber ich empfinde das Schreiben dann als „leichter“. Denn wenn alle zu den Dingen eine Meinung haben, habe ich meine eben auch.

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  3. Nur zu, weiter so! Bin gerne hier! Ich glaube, dass die Schwierigkeit beim Bloggen über den Fußball oder einen Verein, diese Schnelllebigkeit ist. Man sollte den Anspruch haben (obwohl man sein eigener Chef ist), eigentlich nach oder vor jedem Spieltag ein paar Worte zu formulieren, um nicht hinterherzuhinken. Komplexer wird es, wenn man die Partie (aus welchen Gründen auch immer) nicht sehen konnte. Plötzlich relevante Personalentscheidungen getätigt werden, die ebenso kommentiert werden müssten. Das war wohl auch ein Grund, warum ich damals das Bloggen über den SCP sein gelassen habe und keine Energie mehr dafür hatte. Deswegen Respekt, dass du am Ball bleibst und regelmäßig schöne Posts hier platzierst.

    Gefällt 1 Person

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